Kurzfilme

70 Filmemacher_innen, 14 nominierte Beiträge, zehn Projektpreise und vier Gewinner: Am 4. Juli haben wir die Preisträger unseres Kurzfilmwettbewerbs im Oberhausener Filmpalast Lichtburg vorgestellt. Hier zeigen wir ausgewählte Beiträge:

 

Die Gewinnerfilme

“Chalky loves Don” von Franziska Schissler und Dominik Grasheu

Sommer 2020, das öffentliche Leben erstarrt im Lockdown. Die Welt steht still, Angst und Verunsicherung sind groß. Aber das ist kein Hindernis, sondern eine Herausforderung für Franziska Schissler (Idee) und Dominik Grasheu (Kamera). Sie ziehen mit etwas Malkreide los und setzen Zeichen in ihrer Stadt Donauwörth. Was zunächst eine spontane Idee ist, mit der Franziska Schissler Corona etwas Positives entgegensetzen und sich selbst etwas Gutes tun möchte, wächst sich über den Sommer zu einem sozialen und politischen Projekt aus.
 
Über das Projekt und über den Film haben wir mit Franziska Schissler gesprochen: Das Interview gibt’s im Podcast “CARItalks”
 

“Jeder hat Träume” von Nico Eifert

Jede und jeder kennt diesen Moment zwischen Traumwelt und Wachwerden, wenn man sich noch fragt, ob das, was man gerade gesehen hat, tatsächlich passiert ist oder doch nur ein Traum war. Und immer wieder wünscht man sich, dass der Traum Realität wäre. Häufig handelt es sich dann um Utopien, Dinge, von denen wir wissen, dass sie so nie eintreten werden.
 
Im Gespräch erzählt Nico Eifert, was ihn zu dem Film bewegt hat: Das Interview gibt’s im Podcast “CARItalks”
 

“Jesus Christus” von Roman Toulany

„Der dritte Hauptpreis geht an eine kleine, bescheidene Weihnachtsgeschichte, die gesellschaftliche Probleme anspricht und von Einsamkeit im Alter erzählt. Der warmherzige Kurzfilm zeigt, was es ausmacht, auch im Kleinen ein guter Mensch, ein Gutmensch zu sein. Manchmal reicht es jemandem ein Lächeln zu schenken, eine warme Schokolade oder ein offenes Ohr, um Sorgen und Nöte für einen Moment vergessen zu lassen. Gemacht von und fürs Herz und für die Mundwinkel und gleichzeitig ein Zeichen gegen Rassismus.
 

“Lebenszeit” von Matthäus Wörle

Aus Lizenzgründen dürfen wir den vollständigen Film hier leider nicht zeigen.
Warum berührt der Film “Lebenszeit” auf außergewöhnliche Weise? Es sind nicht nur die Bilder, die Erzählung über das Leben und Sterben oder die präzisen Aussparungen darin. Außergewöhnlich ist die genaue Beobachtung des Alltags in Krankenhäusern, die der Münchener Matthäus Wörle und sein Team den Zuschauer/innen durch die präzisen Schwarz/Weiß Bilder zeigt.
 
Wie der Film entstanden ist, hat Matthäus Wörle uns auch im Interview verraten: Das Gespräch gibt’s im Podcast “CARItalks”
 
 
 

Mit Projektpreisen ausgezeichnete Kurzfilme

“Antonia”


Antonia Werr hat die Menschen geliebt und angenommen, wie sie sind. Und sie hat sich besonders für Mädchen und Frauen eingesetzt, die in der damaligen Gesellschaft alleingelassen und ausgegrenzt worden sind. Der Film Antonia zeigt die Ordensgründerin an ihren Lieblingsplätzen im Antonia-Werr-Zentrum und fragt nach Ihren Gedanken zum Thema Mut. Die Gemeinschaftsproduktion von sieben Schülerinnen im Alter von 11 bis 13 Jahren ist Anlässlich des Frauentags 2019 entstanden. Die Filmemacherinnen Kimberly Göpfert, Melina Schimp, Kimberly Voigt, Zoey Dornheim, Chayenne Tietze, Bernadette Hammel, Ricarda Baptista besuchen die Von-Pelkhoven-Schule (Antonia-Werr-Zentrum) in Kolitzheim bei Schweinfurt/Unterfranken. Ihr Film zeigt: Im Grunde war Antonia Werr ein „Gutmensch“.
 

“Caritas Contra Corona”


30 handgenähte Masken pro Tag. Der Film Caritas Contra Corona portraitiert den Rentner Hans Korf, der mit 90 Jahren Corona-Masken näht. Den Umgang mit der Nähmaschine musste er erst lernen. Jetzt machte es ihm viel Spaß. Die Aktion ist Teil des Projektes #nähzuhaus des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg. Herzlichen Glückwunsch Hubertus Ausmann für den Film.
 

“Dich schickt der Himmel”


Das Corona-Hilfsprojekt „Dich schickt der Himmel“ ist eine Gemeinschaftsaktion der Witzenhäuser Pfadfinder, des Kreisjugendringes und der evangelischen Kirche. Ehrenamtliche erledigen Einkäufe, Apothekengänge und weitere Besorgungen für Menschen aus Risikogruppen und Menschen in häuslicher Quarantäne. Der gleichnamige Film von Jonas Herrmann und Marlene Kühne handelt vom Projekt und begleitet die Ehrenamtlichen bei ihrem Engagement.
 

“Ein Fisch an Land”


Der Dokumentarfilm “Ein Fisch an Land” von Jonas Nellissen ist ein Essay und Roadmovie. Ali erfährt wie problematisch der Anbau von Baumwolle ist und beschließt, eine nachhaltige Modemarke zu gründen, die andere Ressourcen in Europa nutzt und mehr Wasser gibt als nimmt. Dank zweier Crowdfunding Kampagnen startet das Projekt erfolgreich. Die Produktion beginnt und damit auch eine Begegnung mit der Welt der Industrie. Ein hartes Pflaster für einen kleinen Fisch.
 

“Garten-Konzerte” im Caritaszentrum Rheydt


Ein Open-Air-Konzert vor einem Altenheim: Der Film “Garten-Konzerte” im Caritaszentrum Rheydt von Stefan Lenzen entstand im April 2020 während des Corona-Lockdowns. Das Zeitdokument zeigt, wie kreative Menschen in Zeiten von Corona andere Menschen eine Freude bereitet haben.
 

“(Gut)Mensch”


Haupt- und Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen helfen mit Herz und Hand und spielen ganz nebenbei mit dem in Verruf geratenen Begriff „Gutmensch“. Der Film von Nele Meyer und Fabian auf der Heide wurde in den Räumlichkeiten des Sozialdienstes Katholischer Frauen in Ibbenbüren gedreht und macht deutlich: Gute Menschen sind nicht naiv und weltfremd. Sie werden gebraucht. Das hat Corona einmal mehr gezeigt.
 

“Mission Possible – Nothing is Impossibe”


Die Bewohner des Wohnbereichs “Die Junge Pflege” des Elisabeth- Groß- Hauses in Duisburg haben trotz schwerer chronischer Erkrankungen jede Menge Spaß. Der Film „Mission Possible – Nothing is Impossibe“ von Ursula Sieg war und ist eine Chance für diese Gruppe anderen Menschen nach außen zu zeigen, was sie in gesunden Zeiten erlebt, was sie geliebt haben, aber auch, wie dies in der Phase der Erkrankung umgesetzt werden kann. Die Energie, der Humor, die Zufriedenheit dieser Menschen sind ein Geschenk und Vorbild für die vermeintlich `gesunden` Menschen. Ein Film der Menschen Mut macht, sich nicht zu verstecken, jeden Tag Emotionen mit anderen Menschen zu teilen und dankbar zu sein für das, was gegeben ist.
 

“Stell Dir vor”


Während eines Hip Hop Seminars hat Andreas Genschmar mit Flüchtlingen einen Rap Song erarbeitet. Dieses Musikvideo ist komplett in Eigeninitiative entstanden und basiert auf der daraus entstandenen Studioaufnahme des fertigen Songs. Ein starker Song von coolen Typen.
 

“Was gibt`s heute?”


Junge Erwachsene übernehmen spontan die Essensausgabe beim Mittagstisch „Guten Appetit“. Denn seit dem Lockdown im März 2020 konnten die Ehrenamtlichen nicht mehr im Projekt mitarbeiten, da sie fast alle zur Risikogruppe gehören. Doch schon in der ersten Woche des Lockdowns erklärten sich spontan junge Erwachsene dazu bereit, den Mittagstisch zu unterstützen. Der Film von Anne Ploch, Roman Knerr, Chiara Löhr, Jonathan Cilimba zeigt diese Umbruch Situation beim Caritasverband Siegen-Wittgenstein. Zusätzlich wurde in Siegen-Weidenau im Unverpacktladen gedreht, da sich dieser an der youngcaritas-Aktion “Kauf eins mehr” beteiligt, um Lebensmittelspenden für die Gäste des Mittagstischs zu sammeln.
 

“Das verfluchte Haus”

Aus Lizenzgründen können wir diesen Film hier leider nicht zeigen.
Eine mysteriöse Frau tritt als Geist in Erscheinung und erschreckt die Kids. Der Film „Das verfluchte Haus“ von Elke Abendschein, Emmanuel Girondin, Marietta Vogt ist ein kleiner Spielfilm über eine unheimliche Kindergeburtstagsfeier. Wer diese mysteriöse Frau ist und warum sie in diesem Haus herumspukt erfährt der Betrachter am Ende des Films. Das Video wurde während eines Theaterprojekts mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 11-14 Jahren aus einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin Weißensee gedreht. Die meisten Szenen sind improvisiert und vorher nicht geprobt.